Kurz erklärt: Entscheidung zum Skilift am Schlossberg

 

In der vergangenen Gemeinderatssitzung musste eine Entscheidung getroffen werden, die sich das Gremium nicht leicht gemacht hat. Nach intensiver Beratung wurde mehrheitlich beschlossen, keine weiteren öffentlichen Mittel mehr in den bestehenden Skilift am Schlossberg zu investieren.

 

Der Lift ist mittlerweile über 60 Jahre alt und seit geraumer Zeit defekt. Bereits vor eineinhalb Jahren hatte der Marktgemeinderat entschieden, einen erneuten Reparaturversuch zu unternehmen. In diesem Zusammenhang wurden mehrere Elektriker, Fachfirmen sowie sogar der frühere Kundendienst des Herstellers aus dem Ruhestand hinzugezogen. Trotz dieses erheblichen Aufwands konnte der Defekt jedoch nicht behoben werden.

 

Die technische Ausgangslage ist leider klar: Tragende Stahlteile sind nicht mehr TÜV-abnahmefähig, gleichzeitig ist die Elektronik so stark beschädigt, dass im Grunde nur ein vollständiger Austausch der Elektrischen Anlage infrage käme. Die dafür geschätzten Kosten liegen bei mindestens 40.000 Euro – ohne verlässliche Garantie, dass der Lift anschließend wieder dauerhaft funktionsfähig oder genehmigungsfähig wäre. Hinzu kommt ein jährliches Defizit von rund 7.000 Euro, selbst wenn der Lift nicht betrieben wird. Der letzte reguläre Betrieb fand im Winter 2019/2020 statt.

 

Vor diesem Hintergrund war die Entscheidung, keine weiteren öffentlichen Steuergelder in diese konkrete Anlage zu tätigen, aus wirtschaftlicher und technischer Sicht notwendig.

 

Wichtig ist dabei: Diese Entscheidung bedeutet ausdrücklich nicht das Ende des Schlossbergs als Ort für Winterbetrieb. Der Hang bleibt im Eigentum der Kommune, bestehende Strukturen wie Hütte, Masten und Flutlichtanlage bleiben vorerst erhalten. Es werden keine Pachtverhältnisse beendet und keine vollendeten Tatsachen geschaffen. Aus Sicherheitsgründen müssen jedoch einzelne Komponenten des Skilifts – insbesondere das Liftseil – zurück gebaut werden.

 

Trotz aller verständlicher Wehmut soll der Blick nun nach vorne gerichtet werden. Gemeinsam mit dem Skiclub soll in einem runden Tisch über mögliche Perspektiven beraten werden. Dabei geht es unter anderem um die zukünftige Nutzung der Hütte sowie um einfache und möglicherweise Lösungen für Kinder- und Anfängerskikurse. Rodeln ist selbstverständlich weiterhin möglich.

 

Nach über sechs Jahrzehnten endet damit die Zeit dieses Skilifts. Die Idee eines „Winters am Schlossberg“ bleibt jedoch bestehen.

  

Matthias Beer

Erster Bürgermeister